Physiotherapeut von Physiosport Köln bei Untersuchung der Achillessehne eines Patienten.

Sehnenreizungen

Ursachen, Symptome und Behandlung

Zu sehen sind drei in gelb handgemalte Kreuze, die nebeneinander horizontal angeordnet sind.
Sportlerin fasst sich vor Schmerzen an ihre Wade und Achillessehne.

Wenn Bewegung
zur Belastung wird

Sehnenreizungen gehören zu den häufigsten Beschwerden des Bewegungsapparates – und betreffen nicht nur Sportler, sondern auch Menschen im Alltag. Sie entstehen meist durch Überlastung, einseitige Bewegungen oder Fehlbelastungen, etwa bei körperlicher Arbeit oder langen Sitzhaltungen. Häufig treten Schmerzen bei Bewegung oder Druck auf, begleitet von Spannungsgefühl oder eingeschränkter Beweglichkeit. Ohne gezielte Behandlung kann sich eine Sehnenreizung chronisch entwickeln und die Lebensqualität stark einschränken. Bei Physiosport Köln setzen wir auf eine genaue Diagnose und individuell abgestimmte Therapiekonzepte, um die Schmerzen zu lindern, die Heilung zu fördern und deine Sehnen wieder belastbar und funktionsfähig zu machen.



Was sind Sehnenreizungen?

Sehnen sind feste, faserige Strukturen, die Muskeln mit Knochen verbinden und eine zentrale Rolle im Bewegungsapparat spielen. Sie übertragen die Kraft der Muskulatur direkt auf das Skelett und ermöglichen so gezielte Bewegungen von Gelenken und Gliedmaßen. Wird eine Sehne jedoch dauerhaft überlastet oder durch wiederholte, fehlerhafte Bewegungsmuster beansprucht, kann es zu Reizungen oder Entzündungen kommen. Typische Anzeichen sind Schmerzen bei Bewegung, Druckempfindlichkeit und eingeschränkte Funktion. Eine frühzeitige Behandlung ist entscheidend, um chronische Beschwerden zu vermeiden.

Ziel ist es, die Belastung zu reduzieren, die Sehne zu entlasten und die volle Funktionsfähigkeit wiederherzustellen.



flat lay photography of sliced pomegranate, lime, and lemon

Arten von Sehnenreizungen

Sehnenreizungen (Tendinitis oder Tendinopathie) können verschiedene Formen annehmen, je nachdem, wie und wo die Sehne betroffen ist. Hier sind die häufigsten Arten von Sehnenreizungen:

Akute Tendinitis

Plötzliche Entzündung der Sehne durch Überlastung oder Verletzung. Symptome sind Schmerzen, Schwellung und eingeschränkte Beweglichkeit.

Chronische Tendinopathie

Langfristige Reizung oder Degeneration der Sehne ohne klassische Entzündungszeichen. Führt zu Schmerzen und einer Verschlechterung der Sehnenstruktur.

Tendinosis

Degenerative Veränderung der Sehne, die meist ohne akute Entzündung verläuft. Oft Folge von chronischer Überbelastung.

Tendovaginitis (Sehnenscheidenentzündung)

Entzündung der Sehnenscheide, also der Hülle, in der die Sehne gleitet. Führt zu Schmerzen und Bewegungseinschränkungen.

Insertionstendinitis

Reizung an der Ansatzstelle der Sehne am Knochen (Insertion), häufig durch Überlastung oder Fehlbelastung.

Peritendinitis

Entzündung der Gewebeschicht um die Sehne herum.

Zu sehen sind drei in gelb handgemalte Kreuze, die nebeneinander horizontal angeordnet sind.
Profisportler sitzt auf einer Bank im Trainingsraum und denkt über seine Schmerzen nach.

Generelle Symptome

  • Schmerzen: Häufig tritt ein ziehender, stechender oder brennender Schmerz an der betroffenen Sehne auf, besonders bei Belastung oder Bewegung.
  • Empfindlichkeit: Die Sehne ist druckempfindlich und kann bei Berührung schmerzen.
  • Schwellung: Manchmal ist die Sehne oder das umliegende Gewebe geschwollen.
  • Bewegungseinschränkung: Schmerzen können die Beweglichkeit einschränken oder bestimmte Bewegungen erschweren.


Weitere Beschwerden

  • Steifheit: Besonders morgens oder nach Ruhephasen fühlt sich die betroffene Stelle oft steif an.
  • Knirschen oder Reiben: Bei Bewegung kann es zu einem hörbaren oder spürbaren Reiben der Sehne kommen.
  • Muskelkraftverlust: In schweren Fällen kann die Sehnenfunktion beeinträchtigt sein, was zu Kraftverlust führt.

Die Symptome entwickeln sich oft langsam und verstärken sich bei wiederholter Belastung oder Überbeanspruchung der Sehne.



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Zu sehen sind drei in gelb handgemalte Kreuze, die nebeneinander horizontal angeordnet sind.
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Ursachen

Ursachen von Sehnenreizungen (Tendinitis) sind vielfältig und können unter anderem folgende Faktoren umfassen:

  • Überlastung und wiederholte Belastung: Häufige, gleichförmige Bewegungen oder plötzliche Belastungsspitzen können die Sehnen überfordern und zu Reizungen führen. Sportarten wie Laufen, Tennis oder Tennisarm sind typische Beispiele.
  • Fehlbelastungen und falsche Technik: Eine falsche Bewegungsausführung oder ungünstige Belastung des Gelenks kann die Sehnen überbeanspruchen.
  • Muskelungleichgewichte und Schwäche: Ungleichgewichte in der Muskulatur, etwa durch Schwäche bestimmter Muskelgruppen, erhöhen die Belastung der Sehnen.
  • Alterungsprozesse: Mit zunehmendem Alter nimmt die Elastizität und Belastbarkeit der Sehnen ab, was sie anfälliger für Reizungen macht.


Weitere Ursachen

  • Ungenügende Regeneration: Mangelnde Erholungszeiten nach Belastung begünstigen Entzündungen und Mikroverletzungen in der Sehne.
  • Vorerkrankungen: Bestimmte Erkrankungen wie Diabetes oder rheumatische Erkrankungen können die Sehnenstruktur und -funktion beeinträchtigen.
  • Umweltfaktoren: Kälte oder Feuchtigkeit können die Durchblutung der Sehnen reduzieren und somit die Heilung beeinträchtigen.
  • Traumata und Verletzungen: Unfälle oder direkte Stöße auf die Sehne können zu akuten Reizungen führen.

Diese Ursachen wirken oft zusammen und führen im Verlauf zu Schmerzen und Funktionsstörungen der Sehne. Bei anhaltenden Beschwerden ist eine fachkundige Diagnose und Behandlung wichtig.



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Zu sehen sind drei in gelb handgemalte Kreuze, die nebeneinander horizontal angeordnet sind.
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Speziell:
Achillessehnenreizung

Typische Symptome

  • Schmerzen: Vor allem oberhalb der Ferse, entlang der Achillessehne, die sich bei Belastung verstärken (z.B. beim Gehen, Laufen oder Treppensteigen).
  • Empfindlichkeit: Die Sehne ist oft druckempfindlich, besonders beim Anfassen oder Abtasten.
  • Schwellung: In manchen Fällen ist eine leichte Schwellung oder Verdickung der Sehne sichtbar oder tastbar.
  • Steifheit: Vor allem morgens oder nach längerer Ruhephase kann die Achillessehne steif und unbeweglich wirken.


Speziell:
Achillessehnenreizung

Weitere Symptome

  • Bewegungseinschränkung: Die Beweglichkeit im Sprunggelenk kann eingeschränkt sein, und das Abrollen des Fußes fällt schwerer.
  • Knirschen oder Reiben: Manchmal sind Geräusche oder ein Gefühl von Reibung spürbar, wenn die Sehne bewegt wird.
  • Muskelschwäche: In fortgeschrittenen Fällen kann die Kraft in der Wadenmuskulatur nachlassen.

Diese Symptome treten meist schleichend auf und können sich durch Überbeanspruchung verstärken. Frühzeitige Behandlung und Schonung sind wichtig, um eine Chronifizierung zu verhindern.



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Achillessehnenreizung

Häufige Ursachen

  • Überlastung: Häufige und intensive Belastungen, z. B. durch Laufen, Springen oder schnelles Tempo, führen zu Mikroverletzungen in der Sehne.
  • Plötzliche Trainingssteigerung: Zu schnelle Erhöhung von Trainingsumfang oder -intensität ohne ausreichende Anpassung der Sehne.
  • Neue Trainingsübungen: Ungewohnte Bewegungen können die Sehne reizen.
  • Fehlbelastungen: Falsche Lauftechnik, unpassendes Schuhwerk oder Laufuntergrund können die Sehne übermäßig beanspruchen.
  • Muskelungleichgewichte: Schwäche oder Verkürzung der Wadenmuskulatur belastet die Achillessehne zusätzlich.
  • Beinachsenabweichungen: Fehlstellungen wie Überpronation (Einwärtsdrehen des Fußes) erhöhen die Zugbelastung auf die Sehne.


Achillessehnenreizung

Weitere Ursachen

  • Lokales Trauma: Direkte Verletzungen oder Stöße auf die Sehne.
  • Ungeeignetes Schuhwerk: Schuhe ohne ausreichende Dämpfung oder Stabilität.
  • Alterungsprozesse: Mit zunehmendem Alter verringert sich die Elastizität und Belastbarkeit der Sehne.
  • Vorherige Verletzungen: Alte Sehnenverletzungen oder Entzündungen können das Risiko einer erneuten Reizung erhöhen.
  • Ungenügende Regeneration: Unzureichende Pausen zwischen Belastungen verhindern eine vollständige Erholung der Sehne.

Diese Faktoren führen dazu, dass die Sehne gereizt, entzündet oder degenerativ verändert wird, was Schmerzen und Bewegungseinschränkungen verursacht. Eine frühzeitige Anpassung der Belastung und gezielte Therapie können helfen, die Beschwerden zu lindern.



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Zu sehen sind drei in gelb handgemalte Kreuze, die nebeneinander horizontal angeordnet sind.

Therapieansätze

Entlastung und Schonung
  • Reduktion oder Pause belastender Aktivitäten wie Laufen oder Springen.
  • Vermeidung von Überlastung, um der Sehne Zeit zur Heilung zu geben.
  • Entscheidend ist ein kontrollierter Belastungsaufbau – reine Ruhe verbessert die Sehne nicht nachhaltig.
Physiotherapie
  • Dehnübungen für Wadenmuskulatur und Achillessehne
  • Kräftigungsübungen zur Verbesserung der Muskelbalance, insbesondere für Waden- und Fußmuskulatur
  • Manuelle Therapie zur Verbesserung der Gewebequalität und Mobilität
Kältetherapie

Eispackungen oder Kältetherapie zur Schmerzlinderung und Reduktion von Entzündungen

Entzündungshemmende Maßnahmen

In Absprache mit dem Arzt eventuell kurzfristige Anwendung von entzündungshemmenden Medikamenten (z.B. Ibuprofen).

Anpassung von Schuhwerk und Lauftechnik
  • Verwendung von geeigneten Schuhen mit guter Dämpfung und Stabilität
  • Analyse und Optimierung der Lauftechnik zur Entlastung der Achillessehne
Orthopädische Hilfsmittel

Fersenerhöhungen oder Einlagen zur Entlastung der Sehne

Progressives Belastungsaufbauprogramm
  • Nach Abklingen der Schmerzen langsamer Wiedereinstieg in sportliche Aktivitäten.
  • Gezieltes Training zur Verbesserung der Belastbarkeit der Sehne Exzentrische Training (Exzentrisches Training stärkt die Achillessehne durch kontrolliertes Dehnen unter Belastung und kann so Schmerzen reduzieren sowie die Funktion verbessern.) HECT-Training (Heavy Slow Resistance Training) ist eine spezielle Form des Krafttrainings, bei der mit moderaten bis schweren Gewichten langsam und kontrolliert gearbeitet wird. Diese Methode unterstützt die Kräftigung der Sehnen und kann helfen, die Belastbarkeit und Funktion bei Sehnenreizungen zu verbessern.
Mögliche ärztliche Intervention
  • Bei anhaltenden Beschwerden können weitere diagnostische Maßnahmen wie Ultraschall oder MRT notwendig sein
  • Stosswelle
  • In sehr hartnäckigen Fällen kann eine operative Behandlung erwogen werden
Zu sehen sind drei in gelb handgemalte Kreuze, die nebeneinander horizontal angeordnet sind.
Patientin beim Training mit Langhantel im Krafttrainingsbereich von Physiosport Köln unter Anleitung eines Trainers.

Prävention

Um Sehnenreizungen zu vermeiden, sind folgende Maßnahmen hilfreich:

  • Schrittweise Trainingssteigerung: Eine langsame Erhöhung der Trainingsintensität und -dauer kann helfen, Überlastungen zu vermeiden.
  • Richtiges Schuhwerk: Trage Schuhe, die zu deiner Sportart passen und ausreichende Dämpfung und Unterstützung bieten.
  • Krafttraining: Regelmäßiges Training der umgebenden Muskulatur kann helfen, die Belastung auf die Sehnen zu reduzieren.
  • Aufwärmen: Vor dem Training gründlich aufwärmen, um die Muskulatur und Sehnen auf die Belastung vorzubereiten.können helfen, die Beschwerden zu lindern.


Typische Sportarten

Sehnenreizungen, insbesondere an der Achillessehne, treten häufig bei Sportarten auf, die mit intensiven und wiederholten Belastungen verbunden sind. Besonders gefährdet sind Aktivitäten, bei denen starke Zugkräfte auf die Sehne wirken oder schnelle Richtungswechsel erforderlich sind, wie zum Beispiel:

  • Lauf- und Sprungsportarten (z. B. Joggen, Sprint, Weitsprung)
  • Fußball (durch schnelles Anlaufen, Abstoppen und Richtungswechsel)
  • Basketball (häufige Sprungbewegungen und schnelle Belastungswechsel)
  • Tennis (intensive Beinarbeit, Stop-and-Go-Bewegungen, Belastung der Wadenmuskulatur)

Diese Belastungen können zu Mikroverletzungen führen, die sich bei unzureichender Regeneration zu schmerzhaften Reizzuständen entwickeln. Besonders bei untrainierten oder schlecht aufgewärmten Sportlern ist das Risiko erhöht.



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Gezielte Hilfe
bei Sehnenreizungen

Sehnenreizungen sind zwar unangenehm, aber in den meisten Fällen gut behandelbar – vorausgesetzt, sie werden frühzeitig erkannt und gezielt therapiert. Bei Physiosport Köln erhältst du eine individuell abgestimmte Behandlung, die auf deine Beschwerden und sportlichen Ziele ausgerichtet ist. Nach dem Prinzip „Treat the donut, not the hole“ konzentrieren wir uns darauf, das umliegende, gesunde Gewebe gezielt zu stärken – mit dosierter, funktioneller Belastung statt Schonung. So fördern wir die Heilung, verbessern die Belastbarkeit deiner Sehnen und minimieren das Risiko für erneute Beschwerden.

Unser Ziel: Deine schnelle, stabile Rückkehr in Sport und Alltag – mit mehr Kraft und Sicherheit.